Im Abfall wühlen
Im Entwurf zum Blatt war hier der Inhalt eines Abfallsackes, welchen der Werkhof geöffnet hat. Was unsere Leute erleben, ist einfach zu «gruusig», ums in die Haushaltungen zu transportieren. Deshalb ein Bild einfach so, das zum Frühling passt und vielleicht mehr Freude bereitet…
Unterflurbehälter verändern die Kehrichtabfuhr. Jederzeit und unabhängig von einem fixen Abfuhrtag einfach entsorgen, aus den Augen – aus dem Sinn, keine Schweinerei durch Säcke, welche von Tieren aufgerissen wurden. Keine Störungen des nachbarschaftlichen Friedens, weil Säcke zu früh an die Strasse gestellt werden: Wo die Unterflurbehälter bereits in Betrieb sind, fallen die Reaktionen positiv aus, Probleme mit der Abfallentsorgung nehmen deutlich ab. Unterflurbehälter treffen den Zeitgeist. Und auch rundherum ist Ordnung. Der aufwendige Weg hin zu den Unterflurbehältern lohnt sich.
Ende der Strassensammlung
Inzwischen sind in der Gemeinde rund 100 Unterflurbehälter gebaut. Sie sind auf jeweils 40 bis 60 Haushaltungen ausgerichtet. Oberstetten, Stolzenberg, Henau und Algetshausen sind bereits komplett auf Unterflurbehälter umgestellt. Auch in Niederuzwil und Uzwil sind verschiedene Gebiete umgestellt. In diesen Gebieten werden keine Abfallsäcke mehr eingesammelt, der Kehrichtsack muss im Unterflurbehälter entsorgt werden.
Mehr Probleme ohne UFB
Und die Landkarte der Gebiete, die noch nicht umgestellt sind, macht sich im Alltag durch zusätzliche Herausforderungen bemerkbar. Es gibt Einwohnerinnen und Einwohner, die bereits einen Tag nach der Kehrichtabfuhr am Mittwoch wieder einen Abfallsack an die Strasse stellen. Das ist im Widerspruch zur reglementarischen Regelung der Gemeinde. Abfälle dürfen frühestens ab 20 Uhr am Abend vor dem Abfuhrtag an die Strasse gestellt werden. Diese Regelung dient einerseits dem nachbarlichen Frieden, sie nimmt anderseits die Thematik auf, dass Kübelsäcke sehr oft von Tieren zerzaust werden und Abfall als Folge davon unappetitlich auf der Strasse liegt. Dass solches Verhalten den nachbarlichen Frieden massiv stören kann, erlebt die Gemeinde sehr oft, weil sich Anwohnerinnen und Anwohner melden. Dann setzt das Standardprozedere ein. Der Werkhof holt den Abfallsack ab und versucht den Verursacher oder die Verursacherin zu eruieren. Tönt sachlich und harmlos. Aber das Wühlen im Abfall anderer Leute ist für die Mitarbeitenden des Werkhofs eine der unangenehmeren Aufgaben. Trotzdem: Sie erfüllen diesen Job. Er führt in Uzwil wöchentlich dazu, dass Einwohnerinnen und Einwohner gebüsst werden. Zur Busse von 50 bis 200 Franken kommt die Aufwandentschädigung dazu, sie ist üblicherweise zwischen 100 und 200 Franken. Illegales Entsorgen ist teuer.
Ausgebautes Angebot
Auch anderen Abfallsündern geht die Gemeinde konsequent und oft erfolgreich nach. Matratzen bei Glassammelstellen, Abfall in Altkleiderbehältern, Abfall in Tragetaschen bei Sammelstellen. Alles kommt leider vor. Dabei wäre es so einfach. Die Entsorgungshöfe Schiess in Niederuzwil und Voser in Henau nehmen entgegen, was nicht vernünftig in den Abfallsack passt. Und nach wie vor gibt es Sperrgutsammlungen, die Abfallagenda weiss wann und wie das funktioniert.